1998 - 2000 Dresden, Brühlscher Garten 4,Sanierung und Umbau Kirchgemeindesaal und Altenheim der evangelisch-reformierten Gemeinde

Das Gebäude am Brühlschen Garten 4 wurde 1753 von Knöffel als Hofgärtnerhaus für den Brühlschen Garten errichtet. Im 2. Weltkrieg brannte es aus. 1956/57 erfolgte durch Prof. Rettich die Sanierung und der Umbau zum Kirchgemeindehaus. Das Gebäude steht mit dem zum Grundstück gehörenden Festungsgeschoß mit Bauwerken aus der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Von 1998 bis 2000 erfolgte in nur knapp zwei Jahren die erneute Sanierung des Gebäudes.

Ziel dabei war, das Gebäude vom Erd- bis zu den Obergeschossen als Altenheim mit 31 altersgerechten Wohnungen, einer Schwesternstation, Büroräumen und Gästezimmern zu nutzen. Entsprechend den gesetzlichen Anforderungen und Regelungen der Heimmindestverordnung mußten daher die einzelnen, bereits bestehenden Zimmer vergrößert und mit sanitären Einrichtungen ausgestattet werden. Weiterhin wurden zwei Wohnungen gehobenen Standards in den Obergeschossen eingebaut. Im Sockelgeschoß befinden sich Speiseraum, Gruppenraum und Küche zur Versorgung der Altenheimbewohner. Zusätzlich wurde im Sockelgeschoß ein öffentliches Bistro mit 120 Sitzplätzen neu gebaut. Der neue, vollklimatisierte Kirchsaal wurde in den ehemals offenen Kanonenhof aus dem 16. Jahrhundert im Festungsgeschoß eingebaut. Die Verbindung zwischen Kirchsaal und allen Ebenen des Gebäudes ist durch den Einbau eines gewölbedurchdringenden Personenaufzuges geschaffen. Auf dem ehemaligen Gelände der Hofgärtnerei wurde ein neuer Hofgarten angelegt.

Zu den baulichen Besonderheiten gehörte, daß ein Teil des Rettichhauses (Altenheim) während der Erdbau- und Betonierarbeiten im zukünftigen Kirchsaal mittels aufwendiger Stahlkonstruktionen auf von Hydraulikpressen unterstützen Opferfundamenten über mehrere Wochen in der Schwebe gehalten werden mußte, um von oben und von unten entgegen bauen zu können. Die kraftschlüssige Verbindung entstand durch die gebäudeverstärkende, raumcharaktertragende Stahlbetoneinheit und die entgegenragenden Rundstützen. Historisch vorhandener, aussagekräftiger Bausubstanz wurden bewußt moderne Technologien gegenüber gestellt. So wurden z. B. fünf Meter dicke, sanierte Festungsmauern aus dem 16. Jahrhundert mit einer Weißbetondecke und Rundstützen in Sichbetonqualität und höchsten Schalungsanforderungen harmonisch verbunden.

Im 2. Bauabschnitt wurden im Zeitraum von 2003 bis 2004 Maßnahmen des erweiterten Hochwasserschutzes geplant und realisiert.

Ehemaliges Hofgärtnerhaus
Brühlscher Garten 4 nach
der Sanierung …
Ostansicht vor der Sanierung
mit dem angebauten Eingang
zum Kirchsaal …
Ostansicht nach der
Sanierung – im Erdgeschoß
das neue Bistro …
Eingangshalle mit Blick
ins Treppenhaus …
Neu geschaffener Platz
vor dem Kirchsaal …
Blick in den Kirchsaal.
Links im Bild eine der …