1998 - 2009 Dresden, Umbau, Sanierung sowie Neubau Kinderzentrum Dresden Friedrichstadt

Das Kinderzentrum Dresden Friedrichstadt ist eine privat betriebene Einrichtung mit multifunktionaler Ausrichtung im medizinischen Bereich. Die namensgebende Hauptnutzung ist das Kinderärztezentrum mit Fachpraxen, Laboren und Räumlichkeiten für die Verwaltung. Zusätzlich sind ein Seniorenzentrum mit vollstationärer Pflege, eine Gaststätte und ein Hotel untergebracht.

Das Kinderzentrum umfaßt den Gebäudekomplex Friedrichstraße 32 bis 42. Die Vorderhäuser Friedrichstraße 38 und 40 wurden im Zuge der barocken Bebauung in der Zeit zwischen 1740 und 1760 errichtet. Sie dienten vorwiegend als Wohngebäude. Um 1850 ergänzte man das Bauensemble durch das Torhaus, welches für eine Kirchenfensterbleiglasmalerei errichtet wurde. Das Seitenhaus links wurde um 1870 errichtet. Im hinteren Bereich des Grundstücks 40 wurde das früher einzeln stehende sogenannte Atelierhaus mit in das jetzige Ensemble einbezogen. Es wurde um die Jahrhundertwende für eine Porzellanmanufaktur errichtet. Ein auf dem Flurstück Friedrichstraße 38 stehendes Seitengebäude wurde 1999 abgerissen um Platz für einen mehrgeschossigen Neubau zu schaffen. Das Gebäude Friedrichstraße 36 wurde 1841 als Hospital für altersschwache Bürger errichtet.

Für die Revitalisierung der zusammengelegten Grundstücke und die sinnvolle funktionale Zuordnung der neuen Nutzungsbereiche war es notwendig, geschoßweise große zusammenhängende Flächen zu schaffen. Das wurde durch einen weit in die Tiefe des Grundstückes reichenden mehrgeschossigen Neubau erreicht. Alle bestehenden Gebäude erhielten neue Geschoßdecken. Dadurch war es möglich, jeweils gleiche Geschoßhöhen ohne Höhenversatz zu schaffen. Treppenhäuser im Neubau und im Seitenhaus links, sowie ein Aufzug verbinden alle Geschosse. Jede Ebene des gesamten Gebäudekomplexes bildet jeweils eine Nutzungseinheit. So befinden sich in der ersten Etage sämtliche Arztpraxen und in der zweiten Etage die genetischen Laboratorien. Der großzügig gestaltete Empfangsbereich in der ersten Etage kann über den Lift erreicht werden. Im dritten Obergeschoß ist das Seniorenzentrum untergebracht. Das Erdgeschoß ist an eine weitere Subsidareinrichtung vermietet,im Atelierhaus an eine physiotherapeutische Einrichtung, im Vorderhaus 38 an eine Apotheke. Das Erdgeschoß im Vorderhaus 40, im Seitenhaus links und im Wintergarten wird komplett durch eine Gaststätte genutzt.

Als Übergang zum Garten wurde als völlig neuer Baukörper ein Bad errichtet. Es stellt die Verbindung zwischen Garten und Gebäude dar. Die Einrichtung wird durch die Gaststätte betrieben und an andere Nutzer, wie z. B. Physiotherapie und Pflegestation vermietet. Am Wochenende ist eine Nutzung für die Öffentlichkeit als Wellnessbereich möglich. Im Garten wurde die kleinteilige Parzellierung zurückgebaut und die barockebzw. klassizistische Gartenstruktur wiederhergestellt. Die Friedrichstraße 36 wird ebenfalls durch das Seniorenzentrum genutzt.

Das Bauvorhaben wurde in vier Bauabschnitten in den letzten zehn Jahren realisiert:

BA 1: Sanierung und Umbau der barocken Bürgerhäuser Friedrichstraße 38/40; Erweiterung durch einen mehrgeschossigen Neubau; Raumbildende Ausbauten; Sanierung der barocken Gartenanlage
BA 2: Sanierung und Umbau des barocken Bürgerhauses Friedrichstraße 42; Raumbildende Ausbauten
BA 3: Sanierung und Umbau Friedrichstraße 36; Beseitigung Hochwasserschäden
BA 4: Erweiterung durch den Neubau eines Institutsgebäudes für Molekular- und Zytogenetik auf dem Grundstück Friedrichstraße 36 und eines Praxengebäudes auf dem Grundstück Friedrichstraße 32

Die Bauabschnitte 1 bis 3 einschließlich dem mehrgeschossigen Neubau wurden bis 2004 fertiggestellt. Der 4. Bauabschnitt wurde 2009 beendet. Für die im 4. Bauabschnitt geplanten Gebäude wurde auch das Brandschutzkonzept in enger Zusammenarbeit mit dem Brandschutzgutachter erarbeitet.

Vorderhäuser Nr. 38
und Nr. 40 aus dem
18. Jahrhundert …
Neubau Institutsgebäude …
Neubau Labor- und
Praxisgebäude …
Sicht vom Garten auf
das Schwimmbad …
Sicht vom Torhaus auf
das Hofgebäude …
Sicht auf den Wintergarten
des „Cafe Friedrichstadt” …
Treppenhaus im Neubau
des Praxisgebäudes …