2001 - 2010 Kohren-Sahlis, Sanierung Burg Gnandstein

Die Burg Gnandstein wurde um 1200 gegründet. Der heute sichtbare Gebäudebestand ist vor allem während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden. Einer weiteren Bauphase um 1400 ist die Erhöhung verschiedener Baukörper der Oberburg zu verdanken. Das heutige Erscheinungsbild prägen aber auch die barocken Veränderungen um 1720/40. Mit ihrer im Baubestand ablesbaren nunmehr fast 800-jährigen Geschichte ist die Burg Gnandstein heute ein wichtiges Baudenkmal und die am besten erhaltene romanische Wehranlage im Freistaat Sachsen.

Die spätmittelalterlichen Teile der Burg, der Anbau und die barockisierte Kemenate liegen zwischen dem großen Burg- und dem Turmhof. Sie sind der Öffentlichkeit durch einen musealen Rundgang seit 1932 erschlossen. In den Räumlichkeiten im Erdgeschoß von Anbau und Kemenate befindet sich eine Gaststätte. Für alle anderen Räumlichkeiten, in denen die Raumstrukturen des 13. bzw. 15. Jahrhunderts erhalten sind, ist auch weiterhin eine museale Nutzung vorgesehen. Wie im Südflügel mit dem Brunnenhaus, in der ehemaligen Schwarzküche im romanischen Palas und im Reisigensaal, wird auch in den anderen Teilen der Burg die museale Konzeption verfolgt, die Nutzung der letzten 500 Jahre, als sie der Familie von Einsiedel als Wohnschloß diente, in den Mittelpunkt zu stellen. Die bauliche und funktionale Geschlossenheit der Anlage, die außerdem einen Burggarten und Wirtschaftsgebäude des zugehörigen Rittergutes umfaßt, ermöglicht in komplexer Weise die Präsentation adliger Lebensweise. Das Museum besitzt gegenwärtig ca. 10.000 Stück Kultur- und Kunstgut aus verschiedenen Sammlungsgebieten.

In der zunächst erstellten Nutzungskonzeption wurden Vorschläge für eine künftige museale Ausstellungsplanung nach Beendigung der Baumaßnahmen erarbeitet. Die Sammlungen der Burg Gnandstein, ihre Geschichte seit der Eröffnung des Museums (1911/32) und die historischen Räume der Burg bilden dabei den Ausgangspunkt für die Gestaltung von Ausstellungen, die die bereits bestehenden Bereiche (Burg des 13. Jahrhunderts,  Kapelle) ergänzen.

Die Baumaßnahmen betrafen Nordflügel, Anbau, Kemenate und Palas. Durch die Überschneidung der Verkehrswege zwischen Museum und Gaststätte beginnt der museale Rundgang durch die Burg daher zukünftig im Turmhof. Der Eingangsbereich wurde mit einer Außentreppe neugestaltet. Daran schließt sich die Neugestaltung des Kassenraumes, der Garderobe und des Museumsladens einschließlich modern gestaltetem Fußboden, modernen Möbeln, Vitrinen und Beleuchtung an. Eine neue Innentreppe verbindet alle wichtigen Ebenen der Kemenate und des Palas einschließlich Laubengang. Die Beleuchtung wurde innen und außen für die gesamte Burg erneuert. Im wertvollen romanischen Rittersaal wurde ein Stahlfenster zum Schutz des historischen Fensters eingebaut. Der Museumsbereich wird durch eine neugestaltete Gittertür vom dem Gaststättenbereich abgetrennt. Aufgrund der hohen denkmalpflegerischen Wertigkeit der Burganlage wurden alle Baumaßnahmen auf einen maximalen Substanzerhalt abgestellt. Das betrifft im Einzelnen die Aufarbeitung der historischen Fenster, Innen- und Außentüren und den Erhalt der Fußbodenbeläge.

  1. Teilbaumaßnahme: Statisch-konstruktive Sicherung Dächer und Fassaden
  2. Teilbaumaßnahme: Innenausbau und Erweiterung der musealen Nutzung
  3. Teilbaumaßnahme: Sanierung der Wirtschaftsgebäude des Rittergutes
Bergfried und Schildmauer
auf dem Felsvorsprung
über dem Wyhratal …
Der Zustand des
Kapellenfensters vor
der Sanierung …
Die Errichtung eines
Wetterschutzdaches
über der Kemenate …
Durch die Einhausung
waren die Bautätigkeiten
ganzjährig möglich …
Behutsame Sanieung
der Dachstühle durch
handwerkliche Verbindungen …
Ansicht der Burganlage
von Süden …
Palasfassade mit den
romanischen Fenstern
des Rittersaales …
Zurückhaltende Verglasung
im Rittersaal …
Hoffassade der sanierten
Kemenate in der Fassung
des 19. Jahrhunderts …
Wiederhergestelltes
gotisches Putzornament
auf der Nordseite …
Sanierung der Arkaden
im Nordflügel …
Zeichnerische Ansichten
des Vorhofes mit Palas
und Kemenate …